Corda – Gespannmarke (S), Hersteller Wolfgang Raabe.
Zur Kölner IFMA 1984 machte der in Schweden lebende Wolfgang Raabe von sich reden, als er mit einem Eigenbaugespann den Eigenbau-Wettbewerb der Zeitschrift PS gewann. Seine Konstruktion wurde vom 1500er Vierzylinder-Boxermotor des Alfasud an Hinter- und Seitenrad angetrieben und besaß eine geschlossene Bootskabine mit Flügeltür.
Zunächst mit Pkw-Zulassung. Diese wurde aber wieder aufgrund einer Entscheidung des deutschen Ministeriums für Verkehr wieder zurückgenommen, wonach Fahrzeuge mit asymmetrischen Achsen als Krafträder einzustufen sind. Ein ähnliches Prozedere spielte sich bei Motowig ab.
Ein Jahr später nahm das Projekt professionelle Züge an, es folgten Varianten mit Motoren der VW-Golf-Serie bis hin zum GTI sowie mit dem 2,3-Liter-Einspritzer von Volvo. 1996 wagte der Tüftler in seiner alten Heimat Mecklenburg einen Neustart. Dabei griff er auf einen 2,5-Liter-TDI-Motor von Audi zurück. Zunächst bot sich Otto Hermeling als Importeur an, doch das kühne Vorhaben mit Differenzialgetriebe, Querlenker am dritten Rad und Allradantrieb scheiterte bald.
Vertriebspartner
Anfang der 1990er Jahrer, Mink & Belis bei Bremen.
Ende der 90er Jahre wurden noch einige Corda-Gespanne über die Firma CPM Motors GmbH in Deutschland verkauft.
Besonderheiten des Fahrzeugs
Hybrid zwischen Auto und Motorrad – der TÜV stuft es als Kraftfahrzeug ein (Führerschein Klasse 3 erforderlich), der Konstrukteur sieht es als Motorradgespann
Gespanne mit Automotoren, teilweise mit drei angetriebenen Rädern
Verschiedene PKW-Einbaumotoren (Alfasud, VW Golf/GTI, Volvo 2,3l, Audi 2,5l TDI)
Allradantrieb auf drei Räder mit einstellbaren Rutschkupplungen zur Drehmomentverteilung
Beiwagenrad lenkt mit (12° bei Rechtseinschlag, 6° bei Linkseinschlag)
Automatikgetriebe (3 Vorwärts-, 1 Rückwärtsgang)
Bremskraftverstärker, 70-Ah-Batterie, Bosch-Zündschloss
Vierkantstahlrohrrahmen, Radstand 2.000 mm, Spurbreite 1.410 mm
Geschlossene Bootskabine mit Flügeltür
Fahrverhalten
Beeindruckend neutrales Kurvenverhalten, bleibt auch bei Vollbremsungen spurstabil
Wendekreis ca. 10 Meter
Für traditionelle Gespannfahrer ungewohnt, da keine asymmetrischen Rechts-/Linksreaktionen
Kritikpunkte
Eingeschränkte Kopffreiheit im Seitenwagen für Personen über 1,75 m
Problematischer Einstieg, billig wirkendes Armaturenbrett
Geringe Bodenfreiheit (ca. 20 cm möglich auf Bestellung)
Preis (1988): 40.800 bis 44.900 DM
Vertrieb 1988
Importeur (D): Johnen
Süddeutschland: Firma AWS, Dorfstraße 2, 8061 Palsweis
Norddeutschland: Autohaus Elbers, Neue Straße, Hagen (Westfalen), später: CPM Motors GmbH
angegebene Lieferzeit ca. 4 Monate, Einzelfertigung nach Kundenwunsch
Mustergutachten beim TÜV München hinterlegt
Folgende zwei Abb. von Wolfgang Raabe, 1987 (MG Nr.1)
Abb. aus dem MG-Katalog 1992
Vorderradantrieb, alle Räder angetrieben
Prototypentwürfe