Beim BMW-Händler Motorrad Wilhelm in Sonthofen entstanden aussergewöhnliche Gespannumbauten, Modellbezeichnung BKW.
In den 1980ern waren Gespanne mit komplett verschweißten Fahrwerken absolute Exoten. Nur Krauser mit Domani, Wasp und Reichler mit HBJ gingen zu dieser Zeit ähnlich konsequent vor. Erich Wilhelm geriet damit in die Mühlen der Bürokratie.
Weil Motorrad- und Beiwagenrahmen verschweißt sind und sich nicht mehr trennen lassen, bestand der TÜV darauf, das Dreirad mit Monofahrwerk als Pkw einzustufen. Wilhelm musste seine Konstruktion der aufwendigen Betriebsfestigkeits- und Geräuschprüfung für Automobile unterziehen, baute eine Handbremse an und versah die Gondel mit einem zweiten Hauptscheinwerfer. Auch die Abgasforderungen von Pkws mussten erfüllt werden. Der finanzelle Aufwand für den Tüftler aus dem Allgäu war immens.
Nachdem bereits das dritte BKW mit Auto-Zulassung lief, machte die Straßenverkehrsbehörde einen Rückzieher Ab sofort durften Wilhelms Gespanne nur noch als Krafträder mit Beiwagen zugelassen werden. Damit war der riesige zusätzliche Aufwand an Zeit und Geld vergeblich gewesen. Die Pkw-Gespanne wurden wieder zu Motorrad-Gespannen. Geblieben ist der auffällige Motorradscheinwerfer auf dem Beiwagen, heute ein Markenzeichen der BKW-3-Gespanne.
Ein außergewöhnliches Endurokonzept von Motowig mit einem BMW-K-75-Motor
Siehe auch BKW (Motowig)
Motowig i, Aufbau mit Honda GL-Motor
Beitrag über Motowig in MG Nr. 145
Inserat von Motowig im Motorrad-Gespanne-Katalog von 1990