Beiwagenfahrgestell

Fahrgestelle (Rahmen, Cassis, Untergestell) für Beiwagen tragen den Beiwagen und sämtliche Anbauten. Sie werden aus Stahlrohren hergestellt. Dabei kommen heute sowohl Rund- und Rechteckrohre zum Einsatz. Profilrahmen und selbsttragende Konstruktionen sind Ausnahmeerscheinungen. letzteres wird überwiegend im Rennsport verwendet.

Anfangs wurden Rundrohre noch mit Muffen verbunden und hartgelötet. Ab den 1920er bis 1950er Jahren wurden vielfach Rohrschellen und Einschweißmuffen verwendet. Seit den 1960er Jahren werden die Rohre für das Fahrgestell üblicherweise verschweißt.

Man unterscheidet zwei grundsätzliche Bauformen: Der Stossstangenrahmen war bis etwa 1950 üblich. Hier sitzt der Beiwagen nicht auf dem Rahmen, sondern der Rahmen läuft ganz oder teilweise um und auch über das Boot entlang. Eine Konstruktionsweise die der Beiwagenfederung mit Gummielementen sowie Blatt- und Spiralfedern geschuldet war.

Mit Einführung von hydraulischen Stoßdämpfern (Schwingungsdämpfer) setzte sich der Unterflurrahmen durch. Hier wird nicht mehr nur die Karosserie gedämpft, sondern auch das komplette Fahrgestell. Der Beiwagen wird hier auf das Fahrgestell geschraubt. Bei aufwändigen Konstruktionen wird das Fahrgestell in die Beiwagenform integriert. Dies hat optische Gründe und bietet einen deutlich günstigeren Luftwiderstandswert.

Gegen Korrosion werden die Rohre lackiert oder kunststoffbeschichtet. Bei vorherige Grundierung sind beide Verfahren gut geeignet.

[Das22], [Kar22], [BGV01]

...Text ... Abb. M-G Heft 10, S. 29.

 

 

Ungwöhnliche Lösung von Franz Grobmeier (MG 160).

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