Die Vorspur des Seitenrades erfüllt beim Gespann mehrere Funktionen:
Sie stabilisiert den Geradeauslauf
Sie korrigiert den Spurfehlwinkel des Seitenrades in der Linkskurve
Sie korrigiert den Spurversatz des asymmetrisch angetriebenen Fahrzeugs. Sie übt im günstigsten Fall einen korrigierenden Linkslenkeffekt auf das nach rechts ziehende Fahrzeug aus.
Der letzte Punkt bleibt aber ein frommer Wunsch, der nur erfüllt wird, wenn der Schwerpunkt der Fuhre hinter der Seitenradachse liegt. Daher hier der Hinweis: Schweres Gepäck immer in den Heckraum des Beiwagens legen - niemals in den Fußraum des Bootes.
Da viele Faktoren wirken, gibt es keine allgemeine Empfehlung für den Einstellwert. Man muss ihn fahrtechnisch „empirisch“ ermitteln.
Gemessen wird die Vorspur in Millimetern, sinnvoller wäre dies in Grad. Als Referenz wird die Länge zwischen Vorderradmitte und Seitenradmitte in Fahrtrichtung genommen, bisweilen auch pauschal 2000 Millimeter als Fahrzeuglänge oder seltener der Radstand der Zugmaschine, der meist um fünfundzwanzig Prozent davon abweicht.
Generell bleibt die Empfehlung für die Vorspur: So klein wie möglich, so groß wie nötig. Eine zu große Vorspur erschwert die Linkskurvenfahrt. Betrachtet man den hohen Schwerpunkt eines gut beladenen Gespannes räumlich, verlagert er sich nach vorn rechts durch die Neigung des Fahrzeuges. Das Seitenrad wird zum Hecklenker. Durch die Vorspur untersteuert das Gespann.
Ebenso erhöht eine große Vorspur den Rollwiderstand erheblich, sodass letztlich die beabsichtigte Rechtszugkorrektur in eine Verursacherrolle umschlägt. Ohne Vorspur geht es aber nicht. In vielen Fällen läuft das beladene Gespann schräg rechts vorwärts, was wir durch einen kaum spürbaren Lenkeinschlag korrigieren. Ohne Vorspur würde das Gespann dann schlingern. Typische Einstellwerte für die Vorspur des Seitenrades sind zehn bis 25 Millimeter.