Gespannhersteller, Gegründet 1925 von Walter Stoye und Hans Mittenzwei. 1972 wurde die Stoye KG zu einem VEB-Betrieb.
Walter Stoye hatte zwischen 1928 und 1965 15 Patente angemeldet die teilweise bis heute Anwendung finden. So zum Beispiel das D.R.P. (Deutsches Reichspatent) Nr. 511173 Kugelschnellanschluss vom 28.7.1929, welches in einem Prospekt 1932 stolz präsentiert und im gleichen Jahr noch zur DIN-Norm erhoben und von den meisten deutschen Kraftrad- und Seitenwagenherstellern übernommen wurde
Nicht unbedeutend war auch die verstellbare elastische Mittelstrebe, welche eine Anpassung des Sturzes zwischen Motorrad und Seitenwagen je nach Fahrbahnbeschaffenheit ermöglichte, sowie das D.R.P. Nr. 549308, also die Gummibandfederung der Luxusmodelle, welche von anderen Seitenwagenherstellern zunächst aufgrund ihrer Einfachheit eher kritisch betrachtet wurde. (Neimann Gummibandfederung)
Ab 1932 setzte Stoye auf die Falztechnik, was die Boote stabil und leicht machte. Besonders bei den anspruchsvollen Geländefahrten führte dies zu zahlreichen Siegen.
Insgesamt wurden rund 300 verschiedene Modelle und Versionen der Stoye-Beiwagen gebaut. Das beinhaltete Links- als auch Rechtsläufervarianten. Im Buch Tschechoslowakische Seitenwagen von Marcel Malypetr ist ein ČZ 250 Armeegespann mit Stoye KS Geländeseitenwagen linksseitig dokumentiert.
Insgesamt betrachtet lagen die Produktionszahlen zwischen 1925 und 1990 bei um die 300.000 Stoye Seitenwagen aus Leipzig, davon 150.000 zwischen 1950 und 1990, so Claus Hüne auf seiner Seite Fahrzeugbau Stoye Leipzig.
Stoye zählte zu den bedeutendsten Beiwagenhersteller in Deutschland. Viele Kopien, auch im Ausland der Beiwagen. Letzte Entwicklung Super Elastik für MZ. 1989 wurde das Stoye Werk endgültig verstaatlicht und gehörte zu MZ.[Ree21] Siehe auch Diana.
Es ist anzunehmen, dass im riesigen Leipziger Werk von Stoye es immer wieder Mitarbeiter gab, die sich mit eigenen und adaptierten Beiwagen selbstständig gemacht habe. Hinweise darauf finden sich auf der Internetseite https://www.xn--motorrder-aus-leipzig-b2b.de/leipziger-seitenwagenhersteller/. Dort sind unter anderem die Marken aufgelistet: AJL, ARKI, Fritz Rausch, Juwel, Krause, Rausch, Mozet, Superia und Uhlig.
Abb.: Ausschnitt aus Stoye Prospektblatt 1937.
Prospekt 1953. T(Tourenmodell)-Modell mit großem Heckraum.
Der traditionsreiche Name Stoye bereichert seit Herbst 1991 wieder das deutsche Seitenwagenangebot. Um den Erhalt des Namens haben sich Helmut Walter und der ehemalige Verkaufsleiter des VEB Werkes IV in Leipzig Klaus Hüne verdient gemacht. Über ein Jahr dauerte es noch, bis der erste Prototyp zur Serienreife gelangte. Mit der alten Blechboot-Arades vom VEB-Werkes IV hatte der neue Stoye nichts mehr gemein.
Firma Walter bietet bis heute Beiwagen unter dem Namen Stoye an. (Stand 2025)
Siehe auch: DDR-Beiwagen
Beiträge über historische Stoye-Beiwagen von Walter und historisches in MG:
Stoye 2 Nachbau, Walter, Nachricht .. 133
Stoye 2 Walter-Nachbau an BMW R 850 R .. 144
Stoye Classic von Walter, Kurzvorstellung .. 131
Stoye RS an Goldwinggespann .. 118
Stoye RS mit 1200 GT, Walter-Umbau.. 125
Stoye RS SW an BMW K 1200 LT .. 51
Stoye RT .. 16
Stoye Sport .. 34
Stoye SS Luxus-Nachbau, Nachricht .. 85
Stoye Tourisme .. 13
Stoye TR/TS, historisches, Ausfahrt .. 19
Stoye Treffen 2022 in Leipzig .. 192
Stoye, Historik .. 58
Stoye/Précision, Bild .. 9
Stoye-Zweisitzer von Walter .. 14