Der Nachlauf ist ein Mittel um die Lenkung zu stabilisieren. Auch beim Gespann macht ein langer Nachlauf die Lenkung richtungsstabil aber tendenziell auch schwergängig.
Zur Ermittlung des Nachlaufs (N) zieht man eine Linie (A-A) durch die Lenkachse und fällt ein Lot durch die Radachse (B-B). Das Maß, um das die Radachse auf der Bezugsebene (Straße) hinter der Steuerkopflinie (A-A) liegt, ist der Nachlauf.
Verschiedene Drehpunkthöhen. Je nach Baulänge der Schwinge und Höhe des Drehpunktes beschreibt die Achse eine andere Kurve. Liegt der Drehpunkt über der Achse (C), läuft die Kurve während des Einfederns (f) bis in die Höhe der Lagerung nach vorn. Dadurch verkleinert sich der Nachlauf (V).
Zwei Methoden zum Messen des Nachlaufs
1. (siehe Abb. unten)
Nachlaufmessung mit dem speziell hergestellten Lineal (nach Peikert):
Der Winkelmessert liegt auf den Boden.
Messen Sie den Abstand der Bohrungen Joche/Steuerrohr.
Machen Sie sich ein "Lineal" aus Vierkantrohr, an dem sie einen Abstandhalter anschweißen.
Der Abstandhalter muss so breit sein, dass die linke Kante des Lineals der Mitte des Steuerkopfs entspricht, wenn Sie das Lineal so befestigen wie auf obiger Abb.
Die Spitze des Lineals zeigt auf dem Boden die verlängerte Lenkkopfmitte an.
Jetzt müssen Sie nur noch mit dem Winkel die Achsmitte auf den Boden anzeichnen und können den Nachlauf messen.
Vorraussetzung ist natürlich die Joche parallel sind.
2. (siehe Abb. unten)
- Stellen Sie den Lenkkopfwinkel fest. Er kann beim umgebauten und belasteten Gespann allerdings vom Ursprungswert abweichen.
- Markieren Sie auf Mitte Steuerkopf die Lagermitte (M), je nach Fahrzeugtyp ist dieser Punkt nicht immer einfach zu finden.
- Von diesem Punkt bis zum Boden messen Sie die Lenkkopfhöhe (h) in Millimetern.
- Dann halten Sie den Bindfaden eines Lotes auf diesen Mittelpunkt und "fällen" das Lot auf den Boden, machen an dieser Stelle (B) einen Strich.
- Von Achsmitte holen Sie wieder ein Lot auf den Boden, machen einen Strich (A), messen den Abstand zwischen den beiden Strichen (C) in Millimetern.
Nachlaufmessung:
M = Mitte unteres Steuerkopflager
N = Nachlauf = 50 mm
B = Lot Mitte Steuerkopf
A = Lot Achsmitte
h = Steuerkopfhöhe, erste Seite des Dreiecks = 780 mm
a = Steuerkopfwinkel = 620
D = (C+N) Zweite Seite des Dreiecks = 415 mm
C = gemessenen Strecke 365 mm
Jetzt kommt etwas Theorie aus „Winkelfunktionen am rechtwinkligen Dreieck“. Sie sagt aus, wenn man an einem rechtwinkligen Dreieck zwei Maße - Längen oder Winkel - kennt, kann man sich die anderen Maße ausrechnen. Man muss nur alles, was man wissen will, in die Form eines Dreiecks bringen.
Der Lenkkopfwinkel ist zum Beispiel 62 Grad. Aus dem Tabellenbuch oder dem Taschenrechner holt man sich den „Cotangens“ des Lenkkopfwinkels von 62° = 0,5317. Den multipliziert man mit der Lenkkopfhöhe
0,5317 x 780 mm = 415 mm
und hat damit die zweite Seite des Dreiecks (D). Davon zieht man die Strecke zwischen den beiden Loten (C) ab, 415 mm - 365 mm. Es ergibt sich ein Nachlauf (N) von 50 mm. Auf eine Formel gebracht:
Der Nachlauf ist N = (Cotangens Winkel a mal Lenkkopfhöhe) minus der Strecke zwischen den Loten in mm (c)
N = (ctg x h ) – c .
Übrigens: Ein Nachlaufwinkel von 15 Grad ist ein Richtwert, allerdings ist er immer an die Gegebenheiten des Gespannumbaus anzupassen.
Siehe dazu den Beitrag: Nachlaufverkürzung