Kipplinien

Das Motorradgespann ist das einzige Fortbewegungsmittel auf unseren Straßen mit zwei unterschiedliche Kipplinien für die Rechts- und Linkskurve.

 

Rechtskurve

Bei einer Rechtskurve kann das Fahrzeug über die Achse Vorderrad-Hinterrad kippen. Dabei hebt sich zunächst das Beiwagenrad – für den Neuling, vor allem bei altgedienten Solofahrern, ein Schreckmoment. Dieses Phänomen ist bekannt, und so geht man die Sache bei Rechtskurven etwas vorsichtiger an. Auch bestehen hier für den Fahrer noch Korrekturmöglichkeiten, um dadurch nicht in eine gefährliche Situation zu kommen: Bremsen, geradeaus lenken, Gewichtsverlagerung.

 

Linkskurven

In Linkskurven stützt sich unser Gespann auf das Beiwagenrad. Wer glaubt, jetzt sei ein Umkippen nicht möglich, liegt falsch! Gerade bei den Gespannlehrgängen und -kursen werden die Fahrer linksherum schnell mutig, was sich schon nach kurzer Zeit in flotter Kurvengeschwindigkeit zeigt.

Betrachten wir uns die Reifenaufstandspunkte von oben, sehen wir, dass eine relevante Kipplinie vom Seitenwagenrad zum Vorderrad führt. Das Fahrzeug kippt also im Extremfall über diese Achse. Dabei steigt das Hinterrad ohne Vorwarnung.

Besonders schnell hebt sich das Heck, wenn der Fahrer beim schnellen Durchfahren einer Linkskurve plötzlich stark bremsen muss. Dieser Situation kann man entgegenwirken durch richtiges Beladen. Schwere Dinge kommen immer in den Kofferraum, niemals in den Fußraum des Beiwagens. Je weiter wir der Schwerpunkt hinten und unten liegt, desto besser.

Wolfgang Lorenz