BMW

Die Fa. BMW rüstete schon 1924 ihre Motorräder mit Beiwagen aus. Hierbei verwendete BMW zunächst Boote von Royal. Ab 1950 folgte die Zusammenarbeit mit Steib. Werksseitig wurde der BMW-Gespannverkauf 1966 eingestellt. Letztes Gespann mit Beteiligung von BMW war die R 1200 C (siehe Heidenwag).

 

BMW R 63, kopfgesteuert, 24 PS, mit Royal-Modell Touren Sport, Baujahr 1927
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BMW Wehrmachtsgespann mit Steib-Boot 286/1, Baujahr 1943
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Daten Steib 286/1

Fahrwerk: Stahlrohrrahmen, Vierpunktanschluss

Bereifung: 4,5 × 16 Zoll

Federung: Blattfeder

Bremse: Trommelbremse Ø 250 mm, hydr. betätigt

 

BMW-Heidenwag-Gespann
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Haube und Heckablage aus echtem Holz.
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Schalensitz und Armlehnen aus Echtleder.
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Die Geschichte über das erste BMW-Cruisergespann ist legendär:

1996 lies der BMW Chefdesigner David Robb von einer Designergruppe zum neuen BMW-Cruiser, der R 1200 C, einen Beiwagenentwurf anfertigen. im April 1997 lud Wolfgang Dürheimer, ein Mitglied der Geschäftsleitung, Heidenwag nach München ein und stellte ihm die neue BMW R 1200 C als Seitenwagenstudie auf dem Zeichenbrett vor.

Der Wunsch von Dürrheimer, wenn das Gespann gebaut wird, muss es zur IAA im September des gleichen Jahres als Ausstellungsfahrzeug fertig sein. Heidenwag akzeptierte. Unter großer Geheimhaltung wurde der Cruiser in die Werkstatt von Heidenwag geliefert. Für die Fertigung wurde extra ein Bereich eingerichtet der nicht einsehbar war. Dabei achtete der BMW Designer Don Cammorata peinlich darauf, dass sich Heidenwag haargenau an die gezeichnete Optik hielt. Unter Einsatz vieler Nachtschichten konnte der Fertigungstermin eingehalten werden.

Das erste Kundengespann wurde 1999 ausgeliefert. Der Gespannpreis lag bei 66.000 D-Mark. Über den Verbleib des ersten Fahrzeugs das auf der IAA stand, ist nichts mehr bekannt. Das zweite Gespann steht heute im Deutsches Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm. Auch in Museen in Japan und der USA ist die Meisterleisung von Heiner Heidenwag zu bewundern. Im Jahr 2021 wurde das 30., und vermutlich letzte BMW-Heidenwag-Cruisergespann ausgeliefert.

 

 

BMW C1 mit Beiwagen von Motek

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BMW-Gespanne Historik

Bis in die 1960er Jahre hinein musste jeder Motorradhersteller von hubraumstarken Maschinen Seitenwagen und komplette Gespanne anbieten. Im Vordergrund standen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten die ein Motorrad mit Beiwagen bietet. Nach Vorstellung der R32 machte der Entwicklungsingeneur Rudof Schleicher die Beiwagen von Royal zum Lieferanten von BMW.

Schon für die ersten Boote (Karosserie aus Sperrholz) wurde zur Hinterrad-Klotzbremse der R32 über ein Gestänge eine Beiwagen-Trommelbremse angeboten. Zur Ausstattung gehörte ein Ledersitz, eine abschließbarer Kofferraumdeckel und ein Reservebehälter für Kraftstoff. Einige Zeit später wurden die Beiwagen als Type S49 bezeichnet.

BMW bot auch Gespann ohne Aufbauten an und einen Beiwagen von der Firma Bayern-Seitenwagen-Bau GmbH (BSB) in München. In der Nachkriegszeit kam 1950 mit der R51/2 und dem Royal 285 (fast Baugleich mit dem Steib TR 500) auch wieder ein Gespann in die Angebotspalette, wobei BMW den Beiwagen als "Spezial" anbot. Ende 1950 nahm BMW das Boot "Standard" in sein Programm auf, dies kam jetzt von Steib aus Nürnberg. Als in den 1960er Jahren die Beiwagen-Zulieferer ihre Produktionen einstellten, fertigte BMW nun die Gespanne bis 1966 komplett in Eigenregie. Dann wurde nach 42 Jahren bei BMW der Gespannbau eingestellt.

 

Wintersport auf BMW
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