Wirth Autobeiwagen

Wirth´s Beiwagen

Nach 1945 begann die Mobilität zunächst mit leichten Motorrädern. Gab es etwas zum Transportieren, wurde ein Beiwagen angeschraubt. Einige Jahre später leisteten sich die "Reichen" schon ein kleines Auto. Um den Komfort auch den hunderttausenden Motorradfahrern für die Passagiere im Beiwagen zu bieten, ersann Kraftfahrzeugmeister Friedrich Wirth einen Beiwagen der einen ähnlichen Komfort bot wie die Isetta (BMW) und dem Kabinenroller von Messerschmitt.

Die Anmeldegebühr für das Gebrauchsmuster betrug 15 D-Mark und wurde im Februar 1952 auf das Postscheckkonto des Deutschen Patentamtes in München einbezahlt.

Produziert wurde der schnucklige Beiwagen mit dem 8-Zoll-Rad allerdings nie.

 

 

Abb. aus der Patentschrift

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Original-Beschreibung von Friedrich Wirth

"Die Konstruktion unterscheidet sich von den bisher gewöhnlichen Beiwagen in folgenden Punkten:

1.) Der Beiwagen ist dadurch gekennzeichnet, dass die Karosserie (K) einer neuen, nützlichen Form angepasst ist.

2.) Die Karosserie enthält ein Regenverdeck, (R) was zusammenklappbar ist, aber bei schlechtem Wetter beim Ein- und Aussteigen nicht entfernt geklappt werden muss und trotzdem ein bequemes Ein- und Aussteigen bietet.

3.) Die Tür (T) die zum einsteigen dient, ist ungewöhnlich breit dimensioniert und gestaltet; weshalb wie bei einem Auto ein bequemes Ein- und Aussteigen.

4.) Die Breite der Karosserie ist so berechnet, dass ein Kind neben der erwachsenen Frau sitzt; somit auch keine Kleidung beschmutzt oder gar die Perlonstrümpfe beschädigt. Während bei den bisher gebräuchlichen Beiwagen, ein Kind auf dem Schoß des Erwachsenen sitzen musste und ein beschmutzen oder beschädigen der Kleidung nicht ausblieb.

5.) Das Heck (H) ist so konstruiert, dass es für Kraftfahrer einen ungewöhnlich großen Gepäckraum bietet, außerdem ist sich das Notsitz verwenden lässt. Die Tür (T) vom Heck bietet bei aufgeklappten Zustand gleichzeitig die Rückenlehne.

6.) An Stelle eines großen Rades, ist ein kleines Rad verwendet worden, durch die Verwendung des kleinen Rades (K) ist erreicht, dass die Tür (T) ungewöhnlich breit sein darf. Nur dadurch ist der Vorgang des bequemen ein und aussteigen in gleicher Tätigung wie bei einem Auto erzielt worden.

 

Ich bitte volgende Punkte zu schützten:

 

I. Die Form des Beiwagens.

II. Das zusammenklappbare Regenverdeck(R).

III. Die Tür (T) und Anbringung derselben.

IV. Das kleine Rad (K) 400 X 8

 

gez: Friedrich Wirth"

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