Voyage (Ullrich)

Die „Voyage“-Gespanne von Horst Ullrich basieren auf einem komplett eigenständigen Fahrwerk. Zunächst hat er dieses Fahrzeugkonzept 1998 mit einer BMW R 1100 GS verwirklicht.

 

Modell "Voyage"

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Konzept Voyage

Fahrwerk und Rahmen

Für das Voyage-Konzept konstruierte Ullrich einen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, der fünffach mit dem Beiwagenchassis verschraubt ist. Die Hinterradschwingenlagerung im Getriebe verstärkte er mit Aluplatten und ersetzte beide Achsbolzen durch stählerne Gegenstücke. Eine Rohrgabel mit Schubschwinge, Bilstein-Federbeinen und Öhlins-Lenkungsdämpfer führt das Vorderrad. Hinter- und Beiwagenrad laufen ebenfalls in Zweiarmschwingen mit Stereo-Federung.

Alle Dämpfer haben die gleiche Einbaulänge und können daher im Defektfall beliebig getauscht werden. Als Alternative bot HU Öhlins-Dämpfer an – zwar deutlich teurer, aber mit besserem Ansprechverhalten und höherer Belastbarkeit.

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Räder und Bereifung

HU setzte bei der Voyage auf robuste Stahlräder mit vierfacher Lagerung vorne und am Boot sowie fünffacher Lagerung im Heck. Die Serienbereifung beträgt 165 x 15, für Sandpisten war alternativ ein Hinterreifen in 205/70 x 15 erhältlich.

Bremsanlage

Die Einscheibenanlagen hinten und am Seitenwagen werden zwar gemeinsam per Pedal bedient, besitzen jedoch eigene Hydraulikkreise mit separaten Hauptbremszylindern. Vorne sorgen in der Standardausführung zwei Vierkolbenzangen für Verzögerung, alternativ gab es einen Achtkolbensattel.

Fahrverhalten

Dank des Eigenbaurahmens wählte Ullrich einen relativ langen Radstand von 1,75 Metern bei vergleichsweise schmaler Spurbreite von 1,17 Metern. Diese Fahrwerksgeometrie resultiert in stabilem Geradeauslauf mit geringer Sensibilität auf Spurrillen und kalkulierbaren Reaktionen. Ein Nachlaufwert von nur 25 Millimetern sorgt zudem für angenehm leichtgängige Lenkung. Ullrich gestaltete die Lenkkopfpartie so schlank, dass die Voyage auch in engen Sektionen problemlos manövrierbar bleibt. 3,60 Meter Wendekreis in Rechtskurven (gemessen an der Hinterradmitte) sind für ein pistentaugliches Gespann dieser Klasse beachtlich. Für Kunden, denen das Gespann zu willig den Lenkbefehlen folgte, stand eine Justierung des Nachlaufwertes auf 35 Millimeter zur Verfügung.

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Beiträge in MG 27 und im Sonderheft MG-Spezial.

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