Trial-Gespanne

Akrobatik auf drei Rädern: Gespanntrial

 

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Ein Gespannsport bei dem es nicht auf Schnelligkeit ankommt, sondern auf die Geschicklichkeit von Fahrer und Beifahrer in unwegsamen Gelände. Quer liegende Baumstämme werden durch Zug am Lenker und dem exakten Zusammenspiel der Besatzung überwunden. Ganz schwere Passagen werden auch mal mit angehobenem Seitenwagen durchrollt.

Bei einem Gewicht des Seitenwagens von unter 20 kg eine leichte Übung. Der Fahrer musste neben der richtungweisenden Gewalt mit akrobatischen Einlagen das Gespann so belasten, dass Lenkung und Hinterrad entsprechende Traktion aufwiesen, insgesamt ein harmonisches Zusammenspiel von Fahrer, Beifahrer und der durch den Fahrer kontrollierten Motorkraft.

 

 

 

Neugierig?

Hier die Erfahrungen zweier Gespanntrial-Novizen

Schon einmal bei einer Gespanntour darüber nachgedacht, ob der etwas langweilige Streckenabschnitt durch Offroad-Einlagen nicht etwas anspruchsvoller gestaltet werden könnte? Oder eine kleine Übung abseits der Straße versucht, bei der zum Glück keine Zuschauer dabei waren?

 

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So ähnlich ist es uns in den letzten Jahren ergangen. Nach fast eineinhalb Jahrzehnten Gespannfahren muss es doch noch was Neues in der Gespannszene geben! Natürlich: Kurvenzirkeln auf Geheimtipp- Straßen, in den Alpen oder auf Rennstrecken macht viel Spaß. Aber neue Dimensionen erschließen sich damit nach ein paar Jahren nicht mehr. Und für eine kostspielige Verwirklichung der bekannten Gespannträume ist der Geldbeutel zu klein.

Es gibt aber eine Betätigungsmöglichkeit, die eine Menge Spaß macht, alle mentalen Fähigkeiten des Fahrers und des Beifahrers herausfordert und dazu noch risikoarm und kostengünstig zu verwirklichen ist: Gespanntrial!

Unter den heutigen Zeitgenossen stößt man ja als Gespannfahrer schon manchmal auf Unverständnis. Wie will man denn dann erklären, dass Gespanne auch im Gelände über Hindernisse flott bewegt werden können? Da die Vorstellungskraft dazu offensichtlich nicht ausreicht, führt das Gespanntrial zu Unrecht ein Mauerblümchendasein.

Wer es aber wie wir im letzten Jahr versucht, macht völlig neue Erfahrungen. Neue Dimensionen abseits der bekannten Wege werden erleb- und erfahrbar.

Als Trialer sieht man die Welt sowieso mit völlig anderen Augen: Natürliche oder künstliche Hindernisse bleiben nicht länger Ärgernisse, die nur die Fortbewegung stören, sondern werden zu Herausforderungen, deren erfolgreiche Bewältigung gerade beim Gespanntrial nicht immer sicher ist.

Ob eine direkte Überquerung des Hindernisses in einer Sektion nicht vielleicht doch – und vor allem mit welchen Mitteln – machbar ist? Und das mit einem Trialgespann in Teamarbeit! Denn: Nur gemeinsam können Baumstämme, Gräben oder Steinbrocken überwunden werden.

Das stellt unser Vater-Sohn-Verhältnis manchmal auf eine harte Probe. Kommentare bewerten während des Trainings oder in der Wertungsprüfung die Leistung des anderen nicht immer positiv. Aber das kennt man ja bei Orientierungslosigkeit während einer Wochenendtour zur Genüge.

Wenn die Aufgabe aber nach anfänglichen Schwierigkeiten mit wenigen Strafpunkten oder sogar fehlerlos gelöst wurde, dann steigt der Zufriedenheitspegel schon deutlich. Sofort werden neue Herausforderungen ins Visier genommen und ebenfalls gemeistert. Nicht immer, aber immer öfter!

Jeder, der mit dem Gespanntrial beginnt, erhält Unterstützung der erfahrenen Gespanntrialer, darf als Neuling unter Anleitung in den neuen Dimensionen schnuppern und wird von Anfang an integriert, auch als Anfänger zu Wertungs- oder Trainingsläufen eingeladen und in technischen Dingen fachmännisch beraten. Für uns ist das rundum eine Super- Freizeitbeschäftigung, die wir nicht mehr missen wollen, und die noch Zuwachs verkraften kann, ohne den familiären Charakter der Sportart zu verlieren.

Weitere Informationen im Internet: www.gespanntrial.de, oder man besucht die nächsten Veranstaltungen der Gespanntrialer und lässt sich anstecken.

Michael und Lukas Schütz

aus MG 104