(CZ) Erstes Gespann 1929, K 500 Kombination. Gespanne der jüngeren Baujahre werden werksseitig mit Beiwagen der Marke Velorex ausgeliefert. Besonderheit: An Jawa-Gespannen der 1960er Jahre war eine Verstellmöglichkeit vorhanden, um das Beiwagenniveau der Beladung anzupassen.
Seit 1997 ist Jawa Moto s r.o. in Týnec nad Sázavou Rechtsnachfolger der traditionsreichen Marke. Dahinter steckt wiederum Jihostroj, ein tschechischer Produzent von Hydraulikkomponenten für die Automobil- und Flugzeugindustrie. 2016 erwarb der indische Mahindra-Konzern die Markenrechte für Asien. Und zunächst sollten die vom Tochter-Unternehmen Classic Legends in Madhya Pradesh produzierten Motorräder auch nur dort verkauft werden. Doch seit 2020 kommen die Retro-Modelle auch nach Europa.
Abb.: Congenia-Jawa 350 Perak mit Velorex 563 (Koenigsbeck, n.d.)
Vorstellung in MG 200
Jawa Historie
1929 erwarb der tschechische Waffenhersteller Janacek die Lizenz zum Nachbau eines Motorrades von Wanderer. Der Firmenname JAWA war geboren. Er setzt sich aus den Anfangsbuchstaben des tschechischen Firmeninhabers Franticek Janacek und des deutschen Motorradherstellers Wanderer zusammen. Bei der von dem Prager Unternehmen hergestellten Wanderer-Kopie handelte es sich um die 500ccm-Viertaktmaschine mit längsdrehender Kurbelwelle und Kardanantrieb des Konstrukteurs Alexander Novikoff. Das optisch beeindruckende Motorrad verfügte über eine untenliegende Nockenwelle und obenhängende Ventile.
Offenbar verkaufte sich die aufwändig gefertigte Maschine schlecht. 1932 begann Jawa daher mit der Herstellung eines Zweitakters mit 175 ccm-Motor nach einer Lizenz des englischen Motorradhersteller Villiers. Die schlichten Maschine wurde zum Verkaufsschlager. Das wachsende finanzielle Polster erlaubte weitere Experimente mit Viertaktmotoren, nunmehr aus eigener Fertigung. Ergänzt wurde das Programm mit Zweitaktmotorrädern mit lizensierten DKW-Motoren.
Während der deutschen Besetzung und im Krieg kam die Motorradherstellung zum Erliegen. Nach dem Krieg stellte Jawa eine optisch und technisch gelungene Zweitaktmaschine vor. Es folgten weitere Eigenkonstruktionen, darunter die Zweizylinder-Viertakt-Jawa mit Königswelle, die es in zwei verschiedenen Ausführungen gab.
Diese Motorräder entstanden in der Zeit der Zusammenlegung mit der anderen berühmten tschechischen Motorradmarke, CZ, in den fünfziger Jahren. Ab 1961 firmierte Jawa wieder unter dem eigenem Markennamen. In der Folgezeit baute die Zweiradschmiede in mehreren Produktionsstandorten unterschiedliche Modelle.Vom 50 ccm-Moped, über Trial-Motorräder, Speedway-Maschinen, Rennmaschinen bis zum Alltagsmotorrad reichte das Spektrum.
Zu den interessantensten Konstruktionen jener Zeit zählt ein Vierzylinder-V-Zweitaktmotor mit zwei Kurbelwellen. Gespannfahrer erhielten mit der 350er mit Velorex-Beiwagen ein robustes Alltagsgespann.
Beiträge in MG 20, 22, 29, 31, 38, 60, 65, 86, 96, 98, 109, 138, 169, 180, 181, 196, 200
Geschichtliches zur Marke Jawa auch in "Top Speed" 03/2018.