Gespann- und Beiwagenhersteller, Heinrich Heidenwag.
Heidenwag gehört zu den Pionieren des modernen Straßengespannes. Zwischen 1980 und 2000 unter "Heidenwag + Krautter", dann "Gespannbau Heidenwag", Inhaberin Susanne Heidenwag (verstorben im April 2025), Technischer Leiter Heinrich Heidenwag. Verschiedene Beiwagentypen unter der Bezeichnung Troika. International bekannt sind die BMW-Cuiser-Gespanne von Heidenwag.
Heiner Heidenwag ist am 13. November 2025 verstorben.
Soweit dem Autor bekannt, wurden ab 2024 keine neuen Gespanne mehr Hergestellt.
Aufnahme aus 2013, MG 143
BMW-Heidenwag-Cruiser-Gespann
Folgender Text ist anlässlich der Auslieferung des 20. Cruisergespann und letztem BMW-Cruiser-Umbaus von Heinrich Heidenwag in MG 184 (2021) erschienen.
BMW R 1200 C mit BMW-Beiwagen
Vor wenigen Wochen hat der Grand Seigneur des Gespannbaus Heiner Heidenwag sein 20. Cruisergespann fertiggestellt.
Fast jeder Gespannhersteller in Europa hat den ersten BMW-Cruiser schon mit einem Beiwagen geadelt. Aber die Kombination, mit dem von BMW desigten Beiwagen, gibt es nur bei Heidenwag. Für den heute 80jährigen Urschwabe stand das Gespannfahren immer an erster Stelle. Schon im Alter von 16 Jahren war er würtembergischer Meister im Motocross. Seit 1978 baut er seine Troika-Gespanne, die in den 70 und 80er Jahren Maßstäbe setzten, was Technik und Fahrverhalten anbelangt.
Die Geschichte über das erste Cruisergespann ist legendär: 1996 lies der BMW Chefdesigner David Robb von einer Designergruppe zum neuen BMW-Cruiser, der R 1200 C, einen Beiwagenentwurf anfertigen. im April 1997 lud Wolfgang Dürheimer, ein Mitglied der Geschäftsleitung, Heidenwag nach München ein und stellte ihm die neue BMW R 1200 C als Seitenwagenstudie auf dem Zeichenbrett vor.
Der Wunsch von Dürrheimer, wenn das Gespann gebaut wird, muss es zur IAA im September des gleichen Jahres als Ausstellungsfahrzeug fertig sein. Heidenwag akzeptierte. Unter großer Geheimhaltung wurde der Cruiser in die Werkstatt von Heidenwag geliefert. Für die Fertigung wurde extra ein Bereich eingerichtet der nicht einsehbar war. Dabei achtete der BMW Designer Don Cammorata peinlich darauf, dass sich Heidenwag haargenau an die gezeichnete Optik hielt. Unter Einsatz vieler Nachtschichten konnte der Fertigungstermin eingehalten werden.
Das erste Kundengespann wurde 1999 ausgeliefert. Der Gespannpreis lag bei 66.000 D-Mark. Über den Verbleib des ersten Fahrzeugs das auf der IAA stand, ist nichts mehr bekannt. Das zweite Gespann steht heute im Deutsches Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm. Auch in Museen in Japan und der USA ist die Meisterleisung von Heiner Heidenwag zu bewundern.