Britischer Seitenwagenhersteller: Garrard Sidecars, Ltd. (1926–1961)
Firmenanschriften:
436 Uxbridge Road, Shepherd's Bush, London W.12 (1936–1939)
78 Walmer Road, London W.10 (1949–1958)
13 Third Avenue, Bletchley, Buckinghamshire (1961)
Vorstellung des Modell Grand Prix (1956):
Im Herbst 1956 stellte Garrard das Modell Grand Prix vor, um verlorene Marktanteile im Segment sportlicher Seitenwagen zurückzugewinnen – insbesondere gegenüber dem deutschen Konkurrenten Steib, der sich mit seiner Modellpalette international etabliert hatte.
Technische Besonderheiten:
Minimalistisches Fahrgestell aus einem einzigen Rahmenrohr
Gezogene Zweiarm-Schwinge mit innenliegendem Dämpfer
Flacheisengerippe als kombinierter Bootsrahmen, direkt mit dem Querrohr verschweißt
Drei einstellbare Anschlüsse über einen zusätzlichen Hilfsrahmen zu den Motorradanschlüssen
Leichtbauweise durch Aluminiumbeplankung (vernietet)
Achteckige Bootsform in traditioneller Steib-Optik
Sitz mit Gummibandaufhängung für den Passagierkomfort
Sonderzubehör:
Wetterverdeck
Großer Gepäckträger
Seitenwagenbremse
Umlaufende Chrombügel
Benutzerfreundlichkeit:
Das „Continental-Finish" orientierte sich stark an den Nürnberger Vorbildern (Steib) – selbst die Griffleuchte war abgeschaut. Besonders geschätzt wurden die verbraucherfreundlichen Details: Der Seitenwagen ließ sich in maximal einer halben Stunde anschließen. Die korrekte Vorspur wurde einfach durch Verschieben der Radachse eingestellt. Auch das Auswechseln einzelner Blechteile erforderte keine Spezialkenntnisse – eine Bohrmaschine und ein Sortiment Nietensetzer genügten.
Mit 90 Pfund war der Grand Prix günstiger als der vergleichbare Steib S 500.
Produktionszeitraum:
Mit geringer Modellpflege wurde der Garrard Grand Prix bis weit in die 60er Jahre verkauft.
Maße:
Länge: 2000 mm
Sitzbreite: 450 mm
Fußraumlänge: 1140 mm
Bereifung: 3.50 x 16
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Beitrag in MG Nr. 4