Beiwagenmodell von Side Bike (1987). Zunächst mit Yamaha FJ 1100, ab 1991 Mega Comete mit Yamaha FJ 1200. Ab 1993, Mega Comete - mit Yamaha XJ 900 und 1000 GTS. Es folgten Variationen Mega Comete 2 und Legend.
Der Comete gab wesentliche Impulse für die Fortentwicklung der dreirädrigen Spezies aus. Denn es vereint technisch extravagante Details zu einem harmonischen Ganzen, die als eigenständige Lösungen bereits in anderen Gespannen Verwendung gefunden hatten. Achsschenkellenkung, mitgelenktes Seitenrad, 14-Zoll-Breitreifen, Querstabilisatoren – all dieses hatte die Szene schon vor dem Comète gesehen. Aber Perrin hatte neben der Synthese solch für damalige Maßstäbe geballter Technik in einem Gespann, das hohe Sicherheitsreserven bieten und zudem für Anfänger leicht fahrbar sein sollte, noch anderes im Sinn. Nicht zuletzt durch die Beschränkung auf einen Motorradtyp wollte er die Fertigungskosten soweit drücken, dass er – gemessen am technischen Aufwand – deutlich unter dem damals aktuellen Preisniveau bleiben konnte. Für dieses Ziel griff er überdies auf Zulieferteile zurück.
Technik
Seitenwagenrahmen und Anschlussverstrebung bilden eine Einheit, das Chassis ist mehrfach mit dem aus Leichtmetall bestehenden „Lateral Frame“ der FJ verschraubt und verstärkt dieses dadurch. Die Längslenker der Vorderradführung sind am Side-Bike-Rahmen fixiert.
Das Seitenwagenrad hält nicht nur über seine Doppelquerlenkerschwinge Verbindung zum Comète-Chassis. Mit der Achsschenkellenkung ist es per Gestänge verbunden und lenkt in eingeschränktem Rahmen mit: in Rechtskurven eins zu 0,5, in Linkskurven eins zu 0,2. Durch diesen Kunstgriff kann das Seitenrad mit einem Vorversatz von satten 45 Zentimetern zum Hinterrad angeordnet werden, was der Kippsicherheit zugute kommt. Vordergründig um die Lenkkräfte zu reduzieren, aber auch wegen des Platzbedarfs der Längslenker übersetzt das Lenkgestänge jeden Lenkbefehl im Verhältnis eins zu 0,8. Dadurch gerät der Wendekreis mit 7,17 Metern (rechts herum, gemessen an der Hinterradmitte) allerdings recht groß. Ein unter dem Boot versteckter Hydraulikdämpfer unterdrückt Lenkerschlagen und -pendeln.
In einer großen Leserumfrage in den 1990er Jahren der Zeitschrift Motorrad-Gespanne erhielten die Side-Bike-Gespanne in vielen Bereichen die besten Bewertungen. (1000 Antworten der zurückgesandten Fragebogen wurden ausgewertet.)
Im Maschinenheck verbleibt die Zweiarm-Aluprofilschwinge der FJ nebst Dämpferelement und Monocross-Hebelumlenkung. Hinter- und Seitenradführung sind über einen Querstabilisator verbunden. Dieser soll vornehmlich dem Eintauchen der kurvenäußeren Fahrzeugseite entgegenwirken, aber auch das Rühren des Hecks bei höheren Geschwindigkeiten unterbinden.
Ein Kuriosum soll nicht unerwähnt bleiben: die „Geradeauslauffeder“. Sie ist am Beiwagenrahmenheck über dem Lenkungsdämpfer am Gestänge für die Seitenradlenkung montiert und soll den Rechtszug des Gespannes unterbinden. Das funktionierte tatsächlich, wie das Aushängen der Spiralfeder zeigte. Tatsächlich aber hätte sich auch ohne diese „technische Tablette“ ein einwandfreier Geradeauslauf herstellen lassen.
Beiwagenradführung
1990 erschien als Modellvariante der Mega Comete.